Ich höre immer wieder von Künstlern, die Muse hätte sie ergriffen und geküsst und sie hätten gar nicht aufhören können, zu komponieren, schreiben, malen, was auch immer.
Mich packt die Muse ja auch manchmal, aber eher an der Gurgel. Und dann lässt sie nicht mehr los, bis ich irgendwas ausspucke. Meistens wirft sie nur einen kurzen Blick darauf und verzieht sich rasch wieder - kopfschüttelnd.
Aber bei anderen Musikern scheint sie sich ziemlich wohl gefühlt zu haben.
Kurze Quizfrage zwischendurch: Was haben diese Personen gemein?
Céline Dion
Yvonne Elliman
Kenny Rogers & Dolly Parton
Diana Ross
Samantha Sang
Barbra Streisand
Tavares
Frankie Valli
Dionne Warwick
Na, wisst ihr's? Nein? Okay, also dann die Antwort: Alle hatten Hits, die folgende Gentlemen geschrieben haben:
Barry, Maurice und Robin Gibb
Die Bee Gees (ich brauche ja wohl nicht zu erklären, wer das ist) hatten eine fünf (5!) Jahrzehnte umfassende Musikkarriere - was an sich schon phänomenal ist. Aber das auch noch zusammen mit den eigenen Brüdern?
Ich weiß nicht recht - Henrik, Cedrik, Erik und ich verstehen uns im Allgemeinen ja wirklich gut. Aber wenn wir zusammen Stücke schreiben und auftreten müssten, würden wir uns vermutlich schon nach kurzer Zeit gegenseitig an die Gurgel gehen (um bei dem Bild zu bleiben.)
Doch zurück zu den Bee Gees und der Frage, die euch bestimmt auf der Zunge brennt oder unter den Nägeln liegt oder wie auch immer das jetzt richtig heißt: Was zum Teufel hat das mit der Isle of Man zu tun?
Ganz einfach: Die Brüder Barry, Maurice und Robin sind in Douglas auf die Welt gekommen - im Jane Crookall Maternity Home, um genau zu sein - und haben hier ihre ersten Lebensjahre verbracht.
Der aus England stammende Vater der Bee Gees - Hugh - war Musiker und spielte als Schlagzeuger in einem Tanzorchester, das in Hotels an der Douglas Promenade für die Unterhaltung der Gäste sorgte, u.a. im Douglas Bay Hotel und im Alexandra Hotel.
Währenddessen kümmerte sich ihre Mutter Barbara, eine ehemalige Sängerin (ebenfalls aus England), um die Kinder. Die Familie lebte ein paar Jahre in der Innenstadt von Douglas, anscheinend auch in der Strand Street (heute eine zur Fußgängerzone deklarierte Einkaufsstraße), nicht weit von einer anderen Straße namens Broadway entfernt.
Deshalb ist es gut möglich, dass die Jungs schon damals Nights on Broadway erlebt haben 😉
(Obwohl man bei Broadway ja sofort an New York denkt, gibt es diesen Straßennamen in vielen Städten, da er einfach nur einen breiten Weg, also eine Art Hauptstraße kennzeichnet.)
Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in der alten englischen Heimat zog es die Familie als sogenannte Ten Pound Poms Ende der 1950er Jahre ans andere Ende der Welt. Der Name bezeichnete ein von der australischen Regierung aufgestelltes Einwanderungsprogramm, dem etwa eine Million Briten Gehör schenkten.
Und hier begannen die Gebrüder ihre Karriere als eine der einflussreichsten Musiker und Songschreiber des zwanzigsten Jahrhunderts.
Mit ein paar Tagen Verspätung, aber trotzdem von ganzem, musikalischem Herzen:
Happy 80th Birthday, Barry Gibb - Freeman of Douglas!
Und hier noch ein kleines Ständchen der Bee Gees an ihre Heimatinsel:
Ellan Vannin, die inoffizielle Nationalhymne der Isle of Man (bei 0:49 geht's richtig los).
Pippa McKenzie
Die Jungs vom Leuchtturm 1: Mann - Insel für Einsteiger
Photo by Pippa McKenzie








